Einzugsprotokoll vs. Auszugsprotokoll
Beide Protokolle dokumentieren den Zustand einer Wohnung. Doch sie haben unterschiedliche Funktionen. Verstehen Sie die Unterschiede.
Die Bedeutung beider Protokolle
Das Einzugsprotokoll bildet die Grundlage für das spätere Auszugsprotokoll. Ohne genaue Dokumentation beim Einzug fehlt beim Auszug die Vergleichsbasis. Dann ist schwer nachzuweisen, welche Schäden vorher da waren und welche während der Mietzeit entstanden sind.
Rechtlich gesehen ist kein Protokoll verpflichtend. Aber beide Seiten profitieren von einer genauen Dokumentation. Der Mieter kann beweisen, welche Mängel er übernommen hat. Der Vermieter kann neue Schäden nachweisen. Beide vermeiden unnötige Streitigkeiten.
Das Einzugsprotokoll im Detail
Wann wird es erstellt?
Idealerweise vor dem eigentlichen Einzug. Das gibt Zeit für eine gründliche Prüfung ohne Zeitdruck. Wenn das nicht möglich ist, erstellen Sie es bei der Schlüsselübergabe. Warten Sie nicht bis nach dem Einzug, wenn Möbel die Sicht verdecken.
Was wird dokumentiert?
Erfassen Sie jeden vorhandenen Mangel. Auch kleine Kratzer und Bohrlöcher gehören ins Protokoll. Fotografieren Sie alles. Diese Dokumentation schützt Sie später vor unberechtigten Forderungen.
Notieren Sie auch funktionierende Einrichtungen. Wenn die Heizung heute funktioniert und in drei Jahren nicht mehr, ist das relevant. Gleiches gilt für Elektrik, Sanitär und Fenster.
Besondere Punkte beim Einzug
Prüfen Sie die Wohnung in leerem Zustand besonders genau. Schäden sind jetzt am besten sichtbar. Achten Sie auf Ecken und Bereiche, die später von Möbeln verdeckt werden.
Die Zählerstände werden notiert. Diese Startwerte sind wichtig für die Nebenkostenabrechnung. Fotografieren Sie die Zähler, um die Werte zu belegen.
Zählen Sie die übergebenen Schlüssel genau. Notieren Sie jeden einzelnen Schlüssel: Haustür, Wohnungstür, Briefkasten, Keller. Diese Anzahl muss beim Auszug übereinstimmen.
Das Auszugsprotokoll im Detail
Wann wird es erstellt?
Bei der Rückgabe der Wohnung an den Vermieter. Die Wohnung sollte geräumt und besenrein sein. Nur so können alle Bereiche geprüft werden.
Was wird dokumentiert?
Der aktuelle Zustand der Wohnung im Vergleich zum Einzugsprotokoll. Welche Mängel waren schon da? Welche sind neu entstanden? Diese Unterscheidung ist entscheidend für mögliche Schadensersatzansprüche.
Halten Sie auch den Zustand von Schönheitsreparaturen fest. Wenn der Mieter laut Mietvertrag streichen muss, wird geprüft, ob das erfolgt ist.
Besondere Punkte beim Auszug
Das Einzugsprotokoll sollte vorliegen. Gehen Sie die damals dokumentierten Punkte durch. Stimmt der Zustand noch überein? Neue Schäden werden zusätzlich erfasst.
Die Zählerstände werden als Endstände notiert. Diese sind nötig für die Schlussabrechnung bei den Versorgern und für die letzte Nebenkostenabrechnung.
Alle Schlüssel müssen zurückgegeben werden. Prüfen Sie die Anzahl gegen das Einzugsprotokoll. Fehlende Schlüssel können einen Schlosswechsel erfordern, dessen Kosten der Mieter tragen muss.
Direkter Vergleich
| Aspekt | Einzug | Auszug |
|---|---|---|
| Zeitpunkt | Vor oder bei Schlüsselübergabe | Bei Rückgabe der Wohnung |
| Fokus | Bestehende Mängel dokumentieren | Vergleich mit Einzugszustand |
| Referenz | Grundlage für späteren Vergleich | Einzugsprotokoll als Vergleich |
| Zählerstände | Anfangsstände für Abrechnung | Endstände für Schlussrechnung |
| Schlüssel | Anzahl der erhaltenen Schlüssel | Rückgabe aller Schlüssel |
| Verantwortung | Bisherige Schäden des Vermieters | Neue Schäden des Mieters |
Häufige Fehler vermeiden
Beim Einzug
Der häufigste Fehler: Das Protokoll wird gar nicht oder nur oberflächlich erstellt. Manche Mieter sind so aufgeregt, dass sie Mängel übersehen. Andere wollen dem Vermieter nicht auf die Nerven gehen. Das rächt sich beim Auszug.
Ein weiterer Fehler ist fehlende Fotodokumentation. Ohne Bilder steht später Wort gegen Wort. Machen Sie von jedem dokumentierten Mangel ein Foto.
Beim Auszug
Das Einzugsprotokoll ist verschwunden. Dann fehlt die Vergleichsbasis. Bewahren Sie das Protokoll während der gesamten Mietzeit sicher auf. Digitale Kopien können nicht verloren gehen.
Die Wohnung wird nicht vollständig geräumt. Zurückgelassene Gegenstände verhindern eine ordentliche Prüfung. Räumen Sie alles aus, auch den Keller und den Dachboden.
Normale Abnutzung erkennen
Nicht jeder Gebrauchsspuren ist ein Schaden. Normale Abnutzung entsteht durch den gewöhnlichen Gebrauch und ist durch die Miete abgedeckt. Die Unterscheidung ist oft Streitpunkt bei der Auszugsübergabe.
Beispiele für normale Abnutzung
Leichte Druckstellen im Teppich von Möbeln sind normal. Ebenso leichte Verfärbungen an Wänden. Gebrauchsspuren an Türgriffen und Lichtschaltern gehören auch dazu. Bohrlöcher in normalem Umfang zum Aufhängen von Bildern sind ebenfalls üblich.
Beispiele für Schäden
Brandflecken, tiefe Kratzer im Parkett oder große Löcher in Wänden gehen über normale Abnutzung hinaus. Auch Wasserschäden durch Unachtsamkeit, beschädigte Fliesen oder kaputte Fenster sind ersatzpflichtig.
Die Protokolle verknüpfen
Idealerweise bauen beide Protokolle aufeinander auf. Das Auszugsprotokoll bezieht sich direkt auf das Einzugsprotokoll. So ist der Vergleich einfach und nachvollziehbar.
Digitale Lösungen machen das besonders einfach. Die Daten aus dem Einzugsprotokoll können als Grundlage für das Auszugsprotokoll dienen. Der direkte Vergleich zeigt Veränderungen auf einen Blick.
Hinweis: Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung. Bei konkreten rechtlichen Fragen wenden Sie sich an einen Fachanwalt oder Mieterverein.
Beide Protokolle in einer App
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